Lektionen aus den Appalachen

Mein Gastblogger dieser Woche ist Wojciech Kaczkowski vom Life Paths Research Program.

Wer sich mit Psychologie auskennt, hat diesen Kommentar schon einmal gehört: Studienteilnehmer sind überwiegend Studenten. Einige Teile der allgemeinen Bevölkerung, wie z. B. die ländlichen Bewohner der Appalachen, wurden in diesem Bereich nicht ausreichend berücksichtigt. Beim Life Paths Research Program hatten wir die einmalige Gelegenheit, diese Forschungslücke zu schließen und mehr über diese faszinierende Kultur und Region zu erfahren. Während viele Menschen weiterhin negative Stereotype über den Appalachia auf der Grundlage verschiedener Medien haben, hat unsere gemeinschaftsbasierte Arbeit ein viel vielfältigeres und positiveres Bild dieser Region offenbart.

Der Hauptgrund, warum es derzeit wenig Forschung über die Appalachen gibt, liegt darin, dass es oft schwierig ist, Zugang zu dieser Population zu erhalten. Eine unserer größten Herausforderungen bestand darin, die beste Möglichkeit für die Rekrutierung von Teilnehmern zu finden: Wir haben Radio- und Zeitungsanzeigen, Kirchenflyer, Facebook– und E-Mail-Kleinanzeigen und sogar Tür-zu-Tür-Werbung mit wenig Erfolg ausprobiert. Am Ende wurden 73 Prozent der Teilnehmer unserer Studie auf lokalen Festivals und Messen rekrutiert. Momentan arbeiten wir an der Kodierung und Analyse der Daten aus über 200 Interviews und fast 2.500 Umfragen, aber unsere ersten Ergebnisse sind bereits faszinierend.

Persönlich hat mir die Arbeit bei Life Paths gezeigt, wie wenig wir über die appalachische Kultur und Gesellschaft wissen. Unser Wissen basiert vor allem auf veralteten Stereotypen und Verallgemeinerungen, die unsere Popkultur gerne ausnutzt. Zahlreiche Filme und Fernsehshows, von "Deliverance" und "The Beverly Hillbillies" bis hin zu unzähligen Reality-Shows, haben die Region zum Gegenstand von Humor und Spott gemacht. Daher ist es für uns als Forscher und Wissenschaftler äußerst wichtig, dieses einzigartige Segment von Amerika besser zu verstehen. Die Appalachen sind eine viel facettenreichere und vielfältigere Region als manche glauben (fast die Hälfte der Einwohner Appalachen sind Minderheiten) und ihre Wirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Unsere Forschung bei Life Paths zeigt, dass Appalachen die harte Arbeit, die Nähe zur Gemeinde und die familiären Bindungen sehr schätzen. Obwohl die Region immer noch wirtschaftlich verarmt ist, sind ihre Bewohner sehr großzügig und hilfsbereit für andere. Drogenmissbrauch ist nach wie vor ein weit verbreitetes Problem, aber praktisch jede Person, die einen Drogenmissbrauch in der Vergangenheit erlebt hat, hat erklärt, dass sie diese Entscheidungen bereuen und "ihre Wege ändern müssen". In den meisten Fällen sind die Menschen zu dieser Erkenntnis gekommen, nachdem sie Kinder bekommen haben und ihre neuen Verantwortlichkeiten erkannt haben.

Ein umfassenderes und genaueres Bild von den Appalachen zu erstellen, wäre ein großer Schritt nach vorne bei der Bewältigung der gesellschaftlichen Probleme, die diese Region weiterhin heimsuchen. Zum Beispiel deuten unsere qualitativen Interviews darauf hin, dass die meisten Menschen mit Drogenabhängigkeit wirklich bereit sind, ihre Sucht zu bekämpfen; Der Zugang zu sozialen Programmen und Dienstleistungen würde ihnen sehr dabei helfen, diese Herausforderungen zu meistern. Um die Probleme der Appalachen zu lösen, müssen wir mehr über die Bewohner erfahren und aufhören, sie in Bezug auf Rückständigkeit, Rassismus, Gewalt und hoffnungslose Armut darzustellen. Einfach gesagt, um eine Gemeinschaft wirklich zu verstehen, muss man sich "auf den Boden stellen" und seine Mitglieder engagieren.

Um unsere Ergebnisse genauer zu sehen, besuchen Sie uns im Life Paths Research Program.

Folge Sherry Hamby auf Twitter unter @Sherry_Hamby.

Dieses Projekt wurde durch die Unterstützung eines Stipendiums der John Templeton Foundation ermöglicht. Die Meinungen in diesem Artikel sind die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der John Templeton Foundation wider.

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